Die Logik der Schmerzen Institut für BioKinematik

Bio-Kinematik-Institut

Walter Packi

Arzt für Allgemeinmedizin

Begründer der Medizin nach der Biokinematik

 

 

 

Der Golferfuß

 

Bekannt ist der Golfer-Ellbogen ebenso wie der Tennisellbogen. Beim Tennisellbogen kommt es zu Schmerzen an der Außenseite (radialseitig) des Ellbogens, während der Golferellbogen sich auf der Gegenseite (ulnarseitig) abspielt.

 

Wer sich ein wenig mit der biologischen Logik der Schmerzen beschäftigt hat, wird schnell erkennen, daß sich die Ursache der Schmerzen im Ellbogenbereich schwerlich im Ellbogen selbst befinden kann. Obwohl die Schmerzen an den beiden Ellbogenseiten nach den beiden "weißen" Sportarten benannt sind, haben sie doch wenig mit diesen Sportarten zu tun. Im Gegensatz etwa zum Fußballspiel, welches z.B. für die Kniegelenke erhebliche direkte Verletzungsrisiken bereithält, gibt es für den Ellbogen beim Golfen keine direkten Verletzungsrisiken, welche Schmerzen erklären könnten. Außerdem: Verletzungen verheilen. Wenn es nach der üblichen Verheilungszeit etwa nach der Gipsabnahme noch weh tut, dann kann dies schwerlich auf eine Verletzung zurückgeführt werden.

 

Das Golfspielen hinterläßt außerdem nicht nur Ellbogenschmerzen. Es kann ebenso zu Rückenschmerzen, Knieschmerzen, Hüftschmerzen, Schulterschmerzen oder Kopfschmerzen kommen. Eigentlich kann der ganze Körper weh tun. Dies alles wegen Golf.

 

Auffällig bei Golfspielern ist, daß diese eben keine spezielle Präferenz für bestimmte Schmerzen aufweisen. Etwa wie ein Fußballer ohne Knieschmerzen kein richtiger Fußballer sein kann. Das Schmerzbild bei Golfspielern ist vielseitg. Diese Vielseitigkeit steht im deutlichen Kontrast zu der doch recht einseitigen Tätigkeit aus welcher dieser Sport besteht. Schläger hoch und durchschwingen. Da hat ein Fußballer doch deutlich mehr Möglichkeiten, Unrat mit seinem Körper anzurichten. Der Golfspieler hingegen steht ruhig auf seiner Wiese und haut auf den Ball. Wo ist hier das Risiko.

 

Eigentlich gibt es im Körper des Golfspielers nur eine einzige Stelle, die wirklich belastet ist. Und das ist die Fußsohle. Denn auch für den Golfspieler gilt die alte Schulphysikweisheit, diejenige von Herrn Newton Isaac aus Cambridge: actio = reactio.

 

Während der gesamte Körper oberhalb des Sprunggelenkes frei und ungehindert bewegen kann, ist die Fußsohle dazu verurteilt, am Boden zu kleben. Der Schläger schwingt, der Rumpf rotiert, der Fuß hält still.

Was dem Golfball recht ist, das ist der Fußsohle billig. Kraft gleich Gegenkraft. Golfball gleich Fußsohle.

 

Das Golfspiel outet sich zum Fußsohlenrisiko.

 

Der Mensch ist ein Zweibeiner, kein Dreibeiner oder Vierbeiner. Als Zweibeiner steht der Mensch, wenn er auf seinen Füßen steht im labilen Gleichgewicht. Er muß den aufrechten Stand permanent ausbalancieren, damit er nicht hinfällt. Diese Balancetätigkeit ist Aufgabe der Fußsohle.

 

Wenn der Körper bewegt, dann verlagert sich sein Schwerpunkt. Wenn der Schwerpunkt über die Auflagefläche der Fußsohle hinwegwandert, dann beginnt der Körper zu Boden zu fallen.

 

Wenn der Körper bewegt, dann muß diese Bewegung durch eine Gegenbewegung abgefangen werden, damit er in Ruhe bleibt (Beschleunigung und Gegenbeschleunigung).

 

Der menschliche Körper als zweibeiniger Körper kann wesentlich mehr Bewegungen durchführen, als Vierbeiner dies können. Artisten führen uns dies vor. Jede einzelne dieser Bewegungen muß von der Fußsohle her gegenreguliert werden. In der Fußsohle sind somit sämtliche denkbaren Bewegungen des Körpers oberhalb des Sprunggelenkes gegensinnig repräsentiert. Die Fußsohle ist eine Spiegelung sämtlicher denkbarer Aktivitäten des restlichen Körpers.

 

Damit ist es jedoch nicht genug. Der Mensch kann mehr als nur den eigenen Körper bewegen. Er kann dazu auch noch den Golfschläger schwingen - und die Fußsohle mit zusätzlichen Aufgaben betreuen.

Dazu muß die Fußsohle entsprechend leistungsfähig sein. Ist dies nicht der Fall dann kommt es zum Unglück. Der Mensch fällt auf die Nase oder der Ball geht daneben. Oder der Schläger haut in den Boden.

 

Wenn die Fußsohle eingeschränkt ist, so sind damit reziprok zugehörige Funktionen im restlichen Körper entsprechend eingeschränkt. Damit gewinnt die Fußsohle eine spezielle Bedeutung auch für die Treffsicherheit beim Golfschlag. Denn wenn die Fußsohle verkrampft ist, dann wird der Armschwung auch nicht harmonisch sein.

 

Der Fuß ist also nicht nur zum Laufen da, er wird ebenso zum Atmen, für den Kreislauf und für jede andere Tätigkeit bis hin zum Kleinfingerzucken benötigt. Eine Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen oberhalb des Sprunggelenkes erklären sich über eine eingeschränkte Fußsohle.

 

Die Fußsohle besteht aus einer Vielzahl von Muskeln, die genausoviele Bewegungen durchführen können, wie der Körper oberhalb der Sohle dies tut. Das Fußskelett besteht aus knapp 30 Knochen mit entsprechend vielen Gelenken. Die meisten dieser Gelenke bewegen in drei Raumrichtungen. Für jede Bewegung gibt es einen Muskel für die Hinbewegung und einen Muskel für die Rückbewegung. Es gibt eingelenkige, zweigelenkige und mehrgelenkige Muskeln. Die Fußsohle vollführt damit hunderte von Bewegungen.

 

Doch wie entstehen die Schmerzen nach einem Golfschlag.

 

Gelegentlich geht auch beim besten Golfer ein Schlag daneben. Manchmal zu hoch, manchmal zu tief. Wenn der Schlag zu hoch geht, dann geht er eben ins Leere. Geht er zu tief, dann geht er möglicherweise gegen einen Stein. Der Schlag wandelt sich zum Prellschlag. Das mag die Fußsohle nun gar nicht leiden. Der gesamte Körper, die gesamte Muskelkette ohne die geringste Unterbrechung, von der Fingerspitze bis zur Fußspitze, ist auf eine einzige spiralige Bewegung konzentriert. Unter höchster geistiger Konzentration wird die Bewegung auf einen einzigen Punkt hin durchgeführt - den Golfball - und wird vom Stein geprellt.

 

Wie eine Schockwelle wird die Bewegung jetzt in umgekehrter Richtung durch den elastischen Golfschläger in den Körper zurückgespiegelt. Nur trifft diese Stoßwelle einen total unvorbereiteten Körper, denn die muskuläre Anspannung ist immer noch in die Schlagrichtung aufgebaut aus welcher stattdessen aus umgekehrter Richtung die Schlagwelle zurückkommt. Die jagt nun durch den momentan passiven Schenkel der Muskelkette nach rückwärts. Anstatt sich im Golfball auszuwirken oder wenigstens ins Leere zu gehen wirkt die Schlagenergie sich im Körper selbst aus.

 

Und wo ist der Punkt des Widerstandes? In der Fußsohle. Denn die steht festgenagelt. Der restliche Körper bietet der Stoßwelle keinen Widerstand. Er ist ja locker und kann nachgeben. Die Fußsohle kann nicht nachgeben. Irgendeiner der vielen Muskeln in der Fußsohle wird überlastet und quittiert fortan seinen Dienst.

 

In Folge heißt dies, daß jedesmal, wenn der Restkörper diesen Muskel gebrauchen will, zugehörige Schmerzen entstehen, weil dieser Fußsohlenmuskel derzeit außer Dienst ist. Diese Schmerzen können beliebig im Körper lokalisiert sein. Dies hängt vom Zufall ab. Beziehungsweise hängt es davon ab, welcher Muskel in der Muskelkette beim mißglückten Schlag zufällig irgendwie im Wege stand. Schließlich ist der Schlag ja nicht in Ordnung gewesen. Und genau hier wird der Golfer nun fortan seinen Schmerz spüren. Ellbogenschmerz, Kreuzschmerz Hüftschmerz und was auch immer.

 

Allerdings, um den Schmerz wieder loszuwerden, ist es sinnlos dort die Therapie zu versuchen, wo es weh tut. Hier muß man sich in die biologische Logik des Schmerzes einarbeiten. Das Malheur ist ja passiert. Für den Fehlschlag mag der Rückenmuskel ja schuld sein, für den Schmerz ist er das sicher nicht. Für den Schmerz ist der maltraitierte Fußsohlenmuskel schuld. Und solange der nicht in Ordnung gebracht ist, wird der Schmerz auch beliebig lange bestehen bleiben.

 

Das ist der Golferfuß. Der Fuß bestimmt die Qualität des Golfers. Und der Fuß bestimmt die Schmerzen des Golfers.

 

Walter Packi

Arzt

 

1.Mai 05

 

 

 

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