Die Logik der Schmerzen Institut für BioKinematik

 

Bio-Kinematik-Institut

Walter Packi

Arzt für Allgemeinmedizin

Begründer der Medizin nach der Biokinematik

 

 

 

KÖRPER UND KÖRPERBEWUSSTSEIN

 

DIE HALSWIRBELSÄULE ALS SINNESORGAN

 

Die Halswirbelsäule (HWS) kann als eine Art mechanisches Sinnesorgan aufgefaßt werden. Sie ist der Mittler Zwischen dem Kopf und dem Rest des Körpers. Die Augenebene liegt waagerecht. Der Körper kann sich in allen Raumrichtungen bewegen.

 

Um eine Vorstellung zu bekommen, was dies heißt, kann man einmal selbst seine eigenen Augen vor einem Spiegel betrachten. Bei senkrechter Kopfstellung steht die Augenebene waagerecht und damit im rechten Winkel zu der vertikalen Kopfachse. Wenn der Kopf zur Seite geneigt wird, bleiben die Augen wie die Libelle einer Wasserwaage horizontal stehen und bewegen nicht mit der Kopfachse mit. Dies heißt, daß die Augen mittels ihrer Augenmuskeln gegensinnig zum Kopf in Orientierung zur senkrechten Körperachse aktiv bewegt werden.

 

Damit dieser Prozeß sinnvoll geregelt durchgeführt werden kann, muß das zentrale Steuerorgan, das Gehirn (ZNS), über entsprechende Informationen verfügen. Diese Informationen holt sich das Gehirn über seine verschiedenen Meßorgane, die Sinnesorgane bzw. Rezeptororgane. Diese sind zum einen das Auge selbst, sowie das Gleichgewichtsorgan. Diese beiden Organe dienen der Orientierung des Körpers im Verhältnis zu seiner Umgebung. Die Orientierung über die momentane innere Situation, ob etwa die Wirbelsäule seitwärts geneigt ist, oder vertikal steht, gewinnt das Gehirn über Meßorgane, die im Inneren des Körpers verteilt sind. Dies Meßorgane werden Propriozeptoren (Eigenmeßfühler) genannt. In besonderer Häufung finden sich diese Propriozeptoren im Bereich der HWS, also in besonderer Nähe zum Kopf.

 

Informationen über die äußere Umgebung des Menschen sind stets in vollem Umfang dem Bewußtsein zugänglich. Man weiß, was man sieht und hört.

 

Die innere Situation wird im Sinne des Körpergefühls dem Bewußtsein vermittelt. Man ist ausgeruht oder müde, man steht oder liegt, man ist hungrig oder satt etc.

 

 

FEHLER IN DEN SINNESORGANEN

 

Sinnvoll geregelte Funktionen setzen voraus, daß die Informationen, die das Gehirn bekommt, auch tatsächlich zutreffend sind. Bekommt das Gehirn falsche Informationen, dann können seine Reaktionen nicht mehr korrekt sein.

 

Falsche Informationen können zustande kommen, wenn die Sinnesorgane ihrerseits erkrankt sind oder in ihrer Funktion gestört sind. Dies ist de Fall beim HWS-Schleudertrauma.

 

Das Gehirn verarbeitet Informationen so, wie diese ankommen. Wenn die Meßorgane Falsches liefern, dann kann diese Falschheit vom Gehirn selbst nicht erkannt werden.

 

Das Gleichgewichtsorgan mißt die Stellung des Kopfes im Verhältnis zur Erdanziehungskraft, die Propriozeptoren die Stellung der Körperglieder zueinander. Die Meßergebnisse beider Systeme werden Im Gehirn abgeglichen. Dies geht gut, solange die Meßergebnisse einander bestätigende sinnvolle Ergebnisse liefern.

 

KONKURRIERENDE SINNESMELDUNGEN

 

Ein Problem entsteht, wenn die Meßergebnisse einander ausschließende Ergebnisse liefern. Etwa wenn das Gleichgewichtsorgan das Ergebnis “waagerecht” und gleichzeitig die Propriozeptoren der HWS das Ergebnis “schräg” melden. Hier hat das Gehirn ein Problem, denn es kann schlecht entscheiden, welches Organ nun die zutreffenden Informationen liefert.

 

Das Ergebnis im bewußten Eigenempfinden ist der Schwindel mit allen verwandten Varianten, von der Konzentrationsstörung bis hin zur totalen Bewußtlosigkeit, dem Zusammenbruch des logischen Systems. Der Schwindel ist, so betrachtet, eine Erkrankung, die darauf beruht, daß einander ergänzende mechanische Rezeptorensysteme einander widersprechende Informationen liefern.

 

 

KRANKHEITEN DER MESSORGANE

 

Solche diskordante Informationen können entstehen, wenn die Meßorgane selbst funktionsgestört, also erkrankt sind. Krankheiten des Gleichgewichtsorgans selbst sind seit langem bekannt und gut erforscht. Krankheiten der inneren Meßorgane, der Propriozeptoren, sind nur teilweise erforscht.

 

Gut bekannt sind die Funktionen von Rezeptoren zur Blutdruckregulation und zur Magensäureregulation. Hierfür gibt es auch spezielle Medikamente. Mechanorezeptoren wurden bisher so gut wie gar nicht erforscht.

 

Was Mechanorezeptoren, welche zur Messung der inneren Situation eingerichtet sind, speziell betrifft, ist die Störanfälligkeit durch äußere mechanische Reize, also äußere Verletzungen (Unfälle). Ein Mechanorezeptor mißt mechanische Reize, also Kraft und Bewegung. Ob der Reiz innerhalb des Körpers oder außerhalb des Körpers seinen Ursprung hat, ist prinzipiell unerheblich. Wenn der Rezeptor gereizt wird, dann setzt dieser seine Meldung ab und das Gehirn reagiert so, als käme der Reiz von innen.

 

 

VERSCHIEBUNG DER EIGENWAHRNEHMUNG

 

Wenn ein Mechanorezeptor durch Unfallgewalt verändert wurde, dann setzt er falsche Reize ab. Die Folge ist ein falsches Eigenkörperempfinden. Der Betroffene empfindet sich nicht mehr so, wie er tatsächlich ist. Die inneren Dimensionen werden falsch wahrgenommen.

 

Der Kopf fühlt sich schwerer an, als er tatsächlich wiegt. Wenn man mit dem Finger auf die Nase zeigen will, trifft man die Stirn, beim Essen beißt man auf die Zunge, die Schluckvorgänge laufen nicht mehr automatisch ab, der Fußboden ist nicht mehr waagerecht, sonder schräg oder bewegt sich sogar. Der betroffene Mensch ist im eigentlichen Sinne “ver-rückt” im Sinne von auseinandergerückt, was natürlich auch die Psyche dann nicht unberührt läßt. Die psychischen Störungen sind hier allerdings Folge und nicht Ursache der Störungen

 

 

 

Walter Packi

Facharzt für Allgemeinmedizin

 

 

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